Hoffnung auf stärkere Unterstützung für Menschen mit Hirnverletzungen
Neuer Gesundheitsminister in Baden-Württemberg
Mit dem Amtsantritt der neuen Landesregierung unter Ministerpräsident Cem Özdemir übernimmt künftig Oliver Hildenbrand das Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit in Baden-Württemberg. Der Grünen-Politiker wurde vom Landtag bestätigt und vereidigt.

Staatsministerium Baden-Württemberg / Ilkay Karakurt
Der 38-jährige Psychologe folgt auf Manne Lucha, der das Ministerium seit 2016 leitete. Unterstützt wird Hildenbrand künftig von Staatssekretärin Petra Krebs.
Gerade für Menschen mit Hirnverletzungen und neurologischen Erkrankungen könnte die neue personelle Besetzung im Gesundheitsministerium interessant werden. Denn Petra Krebs bringt direkte Erfahrung aus der neurologischen Versorgung mit: Von 2003 bis 2016 arbeitete sie als Krankenschwester in der neurologischen Frührehabilitation der Fachkliniken Wangen. Dort begleitete sie unter anderem Patientinnen und Patienten nach schweren Hirnverletzungen, Schlaganfällen und neurologischen Erkrankungen. Zusätzlich war sie als Dozentin im Gesundheitsbereich tätig.
Im neuen Koalitionsvertrag von Grünen und CDU wird die psychische und mentale Gesundheit ausdrücklich als Schwerpunkt genannt. Versorgung und Forschung im Bereich psychischer Gesundheit sollen gestärkt werden – verbunden mit einer sogenannten „Health-in-all-Policies-Strategie“. Geplant sind außerdem mehr Medizinstudienplätze, Verbesserungen im Praktischen Jahr sowie eine Landarztquote.
Für Betroffene mit erworbenen Hirnverletzungen ist dies ein wichtiges Signal. Auch der SHV-BW weist seit Jahren darauf hin, dass insbesondere die neurologische Rehabilitation, die Nachsorge und die gesellschaftliche Teilhabe vieler Betroffener verbessert werden müssen. Es fehlen nicht nur wohnortnahe Angebote für die ambulante Nachsorge, sondern es gibt in Baden-Württemberg nur noch eine einzige Phase-F-Einrichtung. Alle anderen Einrichtungen haben sich entweder vollständig aus diesem Bereich zurückgezogen oder sich auf die wirtschaftlich sicherere Versorgung in der Außerklinischen Intensivversorgung (AKI) ausgerichtet.
Mit der neuen Staatssekretärin Petra Krebs könnte sich nun eine kompetente Gesprächspartnerin im Gesundheitsministerium ergeben. Durch ihre langjährige Tätigkeit in der neurologischen Frührehabilitation kennt sie die Situation von Menschen mit schweren Hirnverletzungen, neurologischen Einschränkungen und hohem Unterstützungsbedarf aus unmittelbarer praktischer Erfahrung. Für Betroffene, Angehörige und Verbände wie den SHV-BW eröffnet dies die Hoffnung, dass die Herausforderungen in der neurologischen Rehabilitation und Langzeitversorgung künftig stärker wahrgenommen und gesundheitspolitisch berücksichtigt werden.
Oliver Hildenbrand erklärte zum Amtsantritt, die neue Aufgabe sei für ihn „eine große Ehre und eine noch größere Verantwortung“. Ziel seines Ministeriums sei es, „zu stärken, was uns zusammenhält“.
Dazu passend das Motto des der SHV-FORUM GEHIRN e.V. : „Gemeinsam Schicksale bewältigen!“