Wohnprojekt macht Mut: Selbstbestimmtes Leben durch Eigeninitiative
Ein Wohnprojekt, das Hoffnung macht – auch für Menschen mit erworbener Hirnschädigung?
Wie können Menschen mit einer erworbenen Hirnschädigung möglichst selbstbestimmt leben – mit der Unterstützung, die sie benötigen, ohne dabei auf ein familiäres und individuelles Umfeld verzichten zu müssen?
Diese Frage beschäftigt viele Betroffene und Angehörige seit Jahren. Ein bemerkenswertes Wohnprojekt aus Osnabrück zeigt nun, dass es auch andere Wege geben kann – und vielleicht kann dieses Modell sogar Anregungen für vergleichbare Wohnformen für Menschen mit erworbener Hirnschädigung geben.

Archivbild
Eltern schaffen gemeinsam ein neues Zuhause
Die Wohngemeinschaft Evershelden wurde nicht von einem großen Träger gegründet, sondern von engagierten Eltern. Sieben junge Menschen mit schweren Behinderungen leben dort gemeinsam in einem echten Zuhause – selbstbestimmt, individuell begleitet und fernab einer klassischen stationären Einrichtung.
Das Besondere daran: Die Eltern haben die Initiative selbst ergriffen. Betreuung und Assistenz werden über die Persönlichen Budgets der Bewohner finanziert. Gemeinsam mit engagierten Partnern entstand so ein Wohnmodell, das zeigt, was möglich wird, wenn Familien Verantwortung übernehmen und geeignete Rahmenbedingungen vorhanden sind.
Der NDR hat dieses außergewöhnliche Projekt in einem sehenswerten Beitrag vorgestellt.
Könnte dieses Modell auch für Menschen mit erworbener Hirnschädigung ein Vorbild sein?
Natürlich unterscheiden sich Behinderungsbilder und Unterstützungsbedarfe. Dennoch stellt sich eine spannende Frage:
Warum sollte ein vergleichbares Wohnkonzept nicht auch für Menschen mit erworbener Hirnschädigung entwickelt werden?
Viele Betroffene wünschen sich keine klassische Heimeinrichtung, sondern ein Leben in einer kleinen, familiären Gemeinschaft – mit individueller Assistenz, möglichst viel Selbstbestimmung und einer aktiven Einbindung der Angehörigen.
Gerade nach einer schweren Hirnschädigung entstehen oft Lebenssituationen, für die die bestehenden Versorgungsangebote nur unzureichende Antworten bieten. Innovative Wohnformen könnten hier neue Perspektiven eröffnen.
Die Situation in Baden-Württemberg
Nach unseren bisherigen Recherchen gibt es in Baden-Württemberg nur sehr wenige spezialisierte Wohnangebote, die diesem Gedanken einer kleinen, gemeinschaftlichen und gleichzeitig individuell unterstützten Wohnform entsprechen.
Soweit uns derzeit bekannt ist, existieren lediglich zwei entsprechende Einrichtungen. Angesichts der Zahl der Menschen mit erworbener Hirnschädigung und ihrer sehr unterschiedlichen Lebenssituationen erscheint dieses Angebot äußerst begrenzt.
Dabei sind wohnortnahe, selbstbestimmte und familiennahe Wohnformen für viele Betroffene ein wichtiger Baustein für Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe.
Deshalb möchten wir gemeinsam mit Betroffenen, Angehörigen und engagierten Trägern herausfinden, wie groß der tatsächliche Bedarf in Baden-Württemberg ist und welche Ideen oder Initiativen bereits bestehen.
Unser Aufruf
Für Einrichtungen
Bieten Sie bereits eine innovative Wohnform für Menschen mit erworbener Hirnschädigung an oder planen Sie ein entsprechendes Angebot?
Dann freuen wir uns über Ihre Nachricht. Wir möchten solche Projekte sichtbar machen, miteinander vernetzen und Betroffenen den Zugang zu passenden Angeboten erleichtern.
Für Betroffene und Angehörige
Könnten Sie sich ein gemeinschaftliches Wohnprojekt nach dem Vorbild der Osnabrücker Initiative vorstellen?
Oder suchen Sie bereits heute nach einer Wohnform, die mehr Selbstbestimmung, Individualität und Gemeinschaft ermöglicht?
Dann melden Sie sich gerne bei uns – ganz unverbindlich. Gemeinsam möchten wir herausfinden, wie groß der Bedarf in Baden-Württemberg tatsächlich ist und ob daraus neue Initiativen entstehen können.</p>
Die Kontaktaufnahme ist unverbindlich und dient zunächst dazu, Bedarf, bestehende Angebote und mögliche Interessierte in Baden-Württemberg sichtbar zu machen.
Zum NDR-Beitrag:
Einmalige WG: So leben junge Menschen mit Behinderungen zusammen.