„Inklusion ist kein Sparmodell“
Warum dieser Protest auch uns betrifft
Am 5. Mai 2026 wird im Zentrum von Stuttgart ein deutliches Zeichen gesetzt: Unter dem Motto „Inklusion ist kein Sparmodell“ ruft die Landes-Behindertenbeauftragte Nora Welsch zur großen Kundgebung auf dem Kronprinzplatz auf.
Die Botschaft ist klar:
Teilhabe ist kein Luxus – sie ist ein Grundrecht.
Worum es geht
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt. Hintergrund sind zunehmende Sparmaßnahmen, die gerade im Bereich der Inklusion besonders spürbar werden.
Nora Welsch bringt es auf den Punkt:
„Wir lassen uns aus der Mitte der Gesellschaft nicht wegsparen.“
Diese Aussage trifft einen Kernkonflikt:
Wenn Inklusion unter Finanzierungsvorbehalt gestellt wird, wird sie faktisch eingeschränkt.

Warum das auch uns als SHV betrifft
Für uns als Selbsthilfeverband ist das Thema nicht abstrakt.
Menschen mit erworbenen Hirnverletzungen und ihre Angehörigen erleben täglich, was es bedeutet, wenn Teilhabe nicht selbstverständlich ist:
- fehlende barrierefreie Angebote
- unzureichende Unterstützung im Alltag
- Überlastung pflegender Angehöriger
- strukturelle Lücken zwischen medizinischer Versorgung und sozialer Teilhabe
Inklusion entscheidet hier ganz konkret über Lebensqualität – und oft über Lebenswege.
Gerade unsere Zielgruppe fällt häufig durch Raster:
nicht „klassisch behindert“ im Systemverständnis,
aber massiv betroffen in Alltag, Kommunikation und Selbstbestimmung.
Stimmen, Austausch und sichtbare Präsenz
Neben der Eröffnung durch Nora Welsch wird auch Jürgen Dusel sprechen.
Ein Podium mit Vertreterinnen und Vertretern aus Baden-Württemberg greift aktuelle Herausforderungen auf – insbesondere die Frage:
Was passiert mit Inklusion unter wachsendem Kostendruck?
Das Rahmenprogramm zeigt zugleich, was Inklusion bedeutet, wenn sie gelebt wird:
- Auftritt von Graf Fidi
- Gebärdensprachchor „vhs Sign Singers“
- Musik durch das DJ-Duo Plus Two
Die Veranstaltung ist barrierefrei gestaltet.
Unser Standpunkt
Als SHV sagen wir klar:
Inklusion darf nicht von Haushaltslagen abhängen.
Denn:
- Teilhabe ist Voraussetzung für Selbstbestimmung
- Unterstützungssysteme entlasten nicht nur Betroffene, sondern die gesamte Gesellschaft
- Einsparungen in diesem Bereich führen langfristig zu höheren sozialen und gesundheitlichen Folgekosten
Und vor allem:
- Pflegende Angehörige tragen bereits heute die Hauptlast – oft unsichtbar.
- Ein „Sparmodell“ verschärft genau diese Situation.
Unser Aufruf
Wir unterstützen den Protest ausdrücklich und rufen dazu auf:
- Kommt nach Stuttgart.
- Zeigt Präsenz – auch für unsere Themen.
- Macht sichtbar, was sonst übersehen wird.
Denn Inklusion betrifft nicht „die anderen“.
Sie betrifft uns alle.
Der 5. Mai ist mehr als ein Aktionstag.
Er ist eine Erinnerung daran, dass Rechte nicht selbstverständlich bleiben, wenn sie nicht eingefordert werden.
„Inklusion ist kein Sparmodell“ ist kein Slogan –
es ist eine Grenze, die nicht überschritten werden darf











