Protest gegen die Schwächung der Interessenvertretung von Menschen mit Behinderungen

Der SHV-FORUM GEHIRN e. V. – Landesverband Baden-Württemberg (SHV-BW) unterstützt den Protest der LAG SELBSTHILFE Baden-Württemberg gegen die geplante Abschaffung beziehungsweise Herabstufung der hauptamtlichen Stelle der/des Landesbeauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderungen. Gemeinsam mit zahlreichen Mitgliedsverbänden haben wir unser Vereinslogo als Zeichen der Solidarität zur gemeinsamen Protestaktion beigesteuert.

Die Landesregierung erwägt, die bisher hauptamtliche Stelle in ein Ehrenamt umzuwandeln oder sogar vollständig abzuschaffen. Aus Sicht der Selbsthilfe wäre dies ein erheblicher Rückschritt für die Interessenvertretung von Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen. Die Landesbeauftragte beziehungsweise der Landesbeauftragte ist eine unabhängige Schnittstelle zwischen Politik, Verwaltung und den Betroffenen und trägt entscheidend dazu bei, dass Teilhabe und Inklusion im Alltag gelebt werden.

„Allein in Baden-Württemberg leben über eine Million Menschen mit einer anerkannten Schwerbehinderung und schätzungsweise mehr als vier Millionen Menschen mit einer chronischen Erkrankung. Für sie ist eine starke, unabhängige Interessenvertretung auf Landesebene unverzichtbar.“

K. E. Siegel, Landesvorsitzender SHV-BW

In ihrem Schreiben an Ministerpräsident Cem Özdemir und Sozialminister Manfred Hildenbrand fordert die LAG SELBSTHILFE Baden-Württemberg deshalb den dauerhaften Erhalt der hauptamtlichen Stelle sowie ein klares Bekenntnis zu Inklusion, Selbstbestimmung und der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.

Als Landesverband für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen und ihre Angehörigen unterstützt der SHV-BW diese Forderungen ausdrücklich.

„Rechnet man Angehörige hinzu, betrifft das Thema Behinderung und chronische Erkrankung nahezu jede Familie in Baden-Württemberg. Gerade deshalb darf eine unabhängige Interessenvertretung nicht geschwächt, sondern muss dauerhaft gestärkt werden.“

K. E. Siegel, Landesvorsitzender SHV-BW

Der SHV-BW appelliert an die Landesregierung, die hauptamtliche Stelle der/des Landesbeauftragten dauerhaft zu erhalten. Inklusion, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe sind Grundpfeiler einer demokratischen und solidarischen Gesellschaft – sie dürfen niemals zur Sparmaßnahme werden.

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