Gemeinsam gegen Einschnitte in der Pflege
Pflegende Angehörige dürfen nicht weiter belastet werden
Als Mitglied der LAG Selbsthilfe Baden-Württemberg unterstützen wir die gemeinsame Initiative von mehr als 30 Selbstvertretungs- und Selbsthilfeorganisationen, die sich mit großer Sorge an die Landespolitik gewandt haben.

In einer gemeinsamen Stellungnahme zum geplanten Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) machen wir deutlich, welche Folgen die vorgesehenen Änderungen für Menschen mit Pflegebedarf und Behinderungen – und ganz besonders auch für ihre Angehörigen – haben können.
Kritisiert werden unter anderem die geplante Streichung des Entlastungsbetrags für Menschen mit Pflegegrad 1, Einschnitte bei der Verhinderungspflege, der Wegfall bewährter Entlastungsangebote sowie höhere Zugangshürden zu Pflegeleistungen.
Pflegende Angehörige tragen schon heute einen großen Teil der Versorgung
Für uns ist besonders wichtig, dass die Situation pflegender Angehöriger in der gemeinsamen Stellungnahme sehr deutlich benannt wird.
Einschränkungen bei der Verhinderungspflege treffen gerade diejenigen Familien, die ihre Angehörigen über viele Jahre zu Hause versorgen. Auch die geplante Kürzung der Rentenbeiträge für pflegende Angehörige wird deutlich kritisiert. Wer wegen der Pflege eines Angehörigen seine Berufstätigkeit reduziert oder ganz aufgibt, darf dafür nicht zusätzlich mit einem erhöhten Risiko für Altersarmut bezahlen.
Ebenso wichtig sind niedrigschwellige Entlastungsangebote. Werden diese eingeschränkt oder gestrichen, verschwindet der Unterstützungsbedarf nicht. Die zusätzliche Belastung landet am Ende wieder dort, wo schon heute ein erheblicher Teil der Pflege aufgefangen wird: bei den Angehörigen.
Genau deshalb: „Ein Pflaster reicht nicht.“
Die gemeinsame politische Initiative der LAG Selbsthilfe BW und unsere gerade gestartete Kampagne „Ein Pflaster reicht nicht.“ gehören für uns unmittelbar zusammen.
Die Stellungnahme formuliert auf politischer Ebene, was sich ändern muss. Mit unserer Kampagne wollen wir zeigen, warum es sich ändern muss.
Wir geben pflegenden Angehörigen ein Gesicht und eine Stimme. Ihre persönlichen Geschichten zeigen, was hinter Begriffen wie Entlastungsbetrag, Verhinderungspflege, Unterstützungsstruktur oder häusliche Versorgung tatsächlich steht.
Es geht um Menschen, die Tag für Tag Verantwortung übernehmen, häufig über viele Jahre hinweg – und dabei selbst viel zu wenig Unterstützung erfahren.
Deshalb stehen wir gemeinsam mit der LAG Selbsthilfe Baden-Württemberg und den beteiligten Verbänden dafür ein:
Menschen mit Pflegebedarf und Behinderungen und ihre Familien dürfen nicht die Hauptlast notwendiger Reformen tragen.
Und deshalb sagen wir auch:
Ein Pflaster reicht nicht.
Pflege braucht verlässliche Strukturen – und pflegende Angehörige brauchen echte Unterstützung und Entlastung.












