Selbsthilfe in der Rehabilitation: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Wie gut arbeiten Rehabilitationskliniken tatsächlich mit Selbsthilfegruppen und Selbsthilfeorganisationen zusammen? Mit dieser Frage hat sich das Forschungsprojekt KoReS – Selbsthilfefreundlichkeit und Kooperation mit der Selbsthilfe in Rehabilitations-Kliniken beschäftigt.
Das vom Institut für Medizinische Soziologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, dem Netzwerk Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen und der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen durchgeführte Projekt wurde von der Deutschen Rentenversicherung Bund gefördert.

Unser Wunsch
Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Diskrepanz zwischen der grundsätzlich anerkannten Bedeutung der Selbsthilfe und ihrer tatsächlichen Einbindung in die Rehabilitation. Mehr als 40 Prozent der untersuchten Reha-Kliniken beschäftigen sich auf ihren Internetseiten überhaupt nicht mit Selbsthilfe. Nur rund 11 Prozent der befragten Rehabilitandinnen und Rehabilitanden gaben an, während ihrer Rehabilitation zu einer Selbsthilfe- oder Gesprächsgruppe angeregt worden zu sein.
Das ist auch aus unserer Sicht ein bemerkenswertes Ergebnis. Denn leider erleben auch wir als Selbsthilfeverband die viel beschworene „Selbsthilfefreundlichkeit“ in der Praxis keineswegs selbstverständlich. Kontakte und Kooperationen hängen stark von einzelnen engagierten Personen ab. Eine selbstverständliche und strukturell verankerte Zusammenarbeit mit der Selbsthilfe erleben wir bislang so gut wie nie.
Genau hier setzt KoReS an. Empfohlen werden unter anderem eine stärkere Verantwortung der Klinikleitungen, feste Selbsthilfebeauftragte, die Qualifizierung von Mitarbeitenden, verbindliche Kooperationsvereinbarungen und eine dauerhafte Verankerung der Zusammenarbeit im Qualitätsmanagement.
Online-Workshop am 15. September 2026
Das KoReS-Team lädt Selbsthilfegruppen und -organisationen zu einem weiteren Online-Workshop ein:
Dienstag, 15. September 2026
10:00 bis 12:00 Uhr
Online über Zoom
Für uns ist insbesondere interessant, wie aus den Forschungsergebnissen nun tatsächlich Veränderungen im Klinikalltag entstehen sollen. Denn Selbsthilfefreundlichkeit sollte mehr sein als ein Qualitätsmerkmal auf dem Papier. Entscheidend ist, ob Patientinnen und Patienten sowie ihre Angehörigen die Selbsthilfe während und nach einer Rehabilitation tatsächlich als Partner erleben können.
Weitere Informationen und die Pressemitteilung zum KoReS-Projekt:
https://www.selbsthilfefreundlichkeit.de/wp-content/uploads/2026/07/PM_KORES_07072026.pdf
Informationen zum Netzwerk Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung:
https://www.selbsthilfefreundlichkeit.de/











